Bohrer (Metall)

Metallbohrer sind unverzichtbare Werkzeuge in der Metallverarbeitung, die speziell darauf ausgelegt sind, harte und zähe Werkstoffe präzise zu zerspanen. Da Metall im Vergleich zu Holz oder Kunststoff eine deutlich höhere Dichte und Härte aufweist, müssen diese Bohrer extrem hitzebeständig und formstabil sein.

Hier ist eine kompakte Übersicht der wichtigsten Aspekte, die man über Metallbohrer wissen sollte:

1. Die Geometrie und Funktionsweise

Ein klassischer Metallbohrer ist meist als Spiralbohrer (Wendelbohrer) ausgeführt. Sein charakteristisches Merkmal ist die kegelförmige Spitze, die das Material abträgt, während die spiralförmigen Nuten die entstehenden Metallspäne aus dem Bohrloch nach oben transportieren.

  • Spitzenwinkel: Der Standardwinkel beträgt meist 118° (für weichere Metalle wie Aluminium oder Baustahl). Bei härteren Materialien wie Edelstahl wird oft ein stumpferer Winkel von 135° verwendet, um den Druck besser zu verteilen.

2. Gängige Materialtypen (HSS)

Die meisten Metallbohrer bestehen aus High Speed Steel (HSS), also Schnellarbeitsstahl. Dieser behält auch bei hohen Temperaturen seine Härte. Es gibt jedoch wichtige Abstufungen:

  • HSS-R (rollgewalzt): Preiswert, ideal für Standardaufgaben in weichem Stahl.

  • HSS-G (geschliffen): Präziser und schärfer als HSS-R, für professionelle Anwendungen.

  • HSS-Co (kobaltlegiert): Enthält meist 5 % oder 8 % Kobalt. Diese Bohrer sind extrem hitzebeständig und werden für Edelstahl (V2A/V4A) eingesetzt.

  • HSS-TiN (titannitridbeschichtet): Erkennbar an der goldähnlichen Farbe. Die Beschichtung reduziert die Reibung und erhöht die Standzeit (Lebensdauer).

3. Wichtige Anwendungshinweise

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen und das Werkzeug zu schonen, sollten beim Bohren in Metall drei Regeln beachtet werden:

  1. Kühlen und Schmieren: Metall auf Metall erzeugt enorme Reibungshitze. Die Verwendung von Bohröl oder Schneidpaste verhindert, dass der Bohrer ausglüht und stumpf wird.

  2. Drehzahl anpassen: Je härter das Metall und je größer der Bohrdurchmesser, desto niedriger muss die Drehzahl gewählt werden.

  3. Ankörnen: Da Metallbohrer auf glatten Oberflächen leicht verlaufen, sollte der Bohrpunkt zuvor mit einem Körner und einem Hammer markiert werden.


Hinweis: Metallbohrer können im Notfall auch für Kunststoff oder Holz verwendet werden, jedoch niemals umgekehrt (ein Holzbohrer würde bei Metall sofort zerstört werden).